Absturz
Januar 7, 2008
Gestern bin ich gnadenlos abgestürzt. Es ist unglaublich. Der Saufdruck hat so sehr beherrscht. Ich konnte nicht mehr denken, arbeiten, noch sonstwas, bin wie ein Tiger im Käfig hin und her, bis ich mir gesagt habe: was soll’s, ich kann nicht anders. Dann bin ich zur Tankstelle gefahren und habe mir ein Sixpack besorgt. Die erste Haltestelle war zu, dann musste ich um die halbe Stadt fahren zur Nächsten. Der Entschluss war gefasst und habe keine Sekunde daran gezweifelt, es zu lassen. Wieder zuhause habe ich dann das Sixpack gekillt und eine halbe Flasche schlechten Wein. Dazu fünf Zigaretten. Um halb zwei bin ich dann ins Bett. Es hat sich alles um mich gedreht. Mein Gott ging es mir scheiße. Schon in dem Moment habe ich es bereuht. Dann habe ich heute bis halb 11 geschlafen. Hallo! Es ist Werktag, was ist los? Warum musste ich mich so gehen lassen. Ich bin verkatert und zu nichts zu gebrauchen. Ich habe Angst vor mir und meiner Sucht. Wie kann ich mich nur so schwer im Griff haben? Jetzt muss ich den heutigen Tag überleben und hoffen, dass heute Nacht nicht wieder die Enzugserscheinungen kommen. Ich weiß jetzt, in zwei Tagen geht’s mir wieder gut. In fünf Tage kommt dieser brachiale Sog. Der Kater ist trotzdem allemale schlimmer als der Sog. Kann ich mir das einprägen? Der Kampf geht weiter.
Was mir Sorgen macht ist, dass ich unmittelbar nach dem ersten Bier richtig effektiv arbeiten konnte. Ich habe jede Menge zT schwierige Mails weggeschafft wo mir vorher die Energie gefehlt hat. Ich muss einen Weg finden ohne Alkohol arbeiten zu können. Ich habe mal gelesen, dass dies ein Teil der Sucht ist, nur im besoffenen Zustand etwas gut machen zu können. Wie bedrohlich das ist! Ich habe wirklich Angst um mich …